Klimafolgenanpassungskonzept (KLAK) und Hitzeaktionsplanung (HAP)
Die Folgen des Klimawandels sind auch in der Gemeinde Wietze zunehmend spürbar. Hitze und Trockenheit, Stark- und Dauerregen sowie Hochwasser stellen die Gemeinde vor neue Herausforderungen. Um diesen Entwicklungen vorausschauend und zielgerichtet zu begegnen, erarbeitet die Gemeinde derzeit ein Kommunales Klimaanpassungskonzept (KLAK) sowie einen Hitzeaktionsplan (HAP).
Die Arbeiten an beiden Konzepten sind inzwischen weit fortgeschritten. Ein wichtiger Bestandteil war dabei die umfassende Beteiligung verschiedener Akteurinnen und Akteure. In Workshops, Interviews und einer Umfrage wurden Erfahrungen, Beobachtungen und Ideen aus unterschiedlichen Bereichen der Gemeinde zusammengetragen. Diese Beteiligungsphase ist mittlerweile abgeschlossen.
In insgesamt vier Workshops konnten die unterschiedlichen Betroffenheiten durch die Folgen des Klimawandels genauer herausgearbeitet und gemeinsam konkrete Lösungsansätze entwickelt werden. Dabei ging es nicht um allgemeine Absichtserklärungen, sondern insbesondere um die Frage: Welche Maßnahmen können vor Ort tatsächlich umgesetzt werden und welche konkreten Probleme können damit gelöst werden?
Auf dieser Grundlage geht die Arbeit nun in die nächste Phase. Die gesammelten Maßnahmenideen werden präzisiert, hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit konkretisiert und zu zielgerichteten Maßnahmen weiterentwickelt. Gleichzeitig beginnt bereits die Umsetzung erster Maßnahmen. Ziel ist es, Klimaanpassung Schritt für Schritt stärker in das kommunale Handeln zu integrieren.
Daran schließt sich die Verstetigung an: Klimaanpassung und Hitzevorsorge sollen nicht mit der Fertigstellung der Konzepte enden, sondern dauerhaft in den Strukturen, Planungen und Entscheidungsprozessen der Gemeinde verankert werden.
Den vorläufigen Abschluss des Prozesses bildet im Frühjahr 2027 eine öffentliche Abschlussveranstaltung. Dort werden das Kommunale Klimaanpassungskonzept und der Hitzeaktionsplan vorgestellt und die Ergebnisse des gemeinsamen Arbeitsprozesses präsentiert.
Damit schafft die Gemeinde Wietze eine konkrete Grundlage, um sich langfristig auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten und die Widerstandsfähigkeit der Gemeinde gegenüber zukünftigen Klimarisiken zu stärken.
Problematik
Der voranschreitende Klimawandel sorgt für immer mehr Wetterextreme, die teils schwere Schäden für die Gesundheit, die Wirtschaft oder die Infrastruktur bedeuten können. Um die Auswirkungen der Extremereignisse einzudämmen, können verschiedenste Maßnahmen getroffen werden. Im besten Fall werden diese jedoch nicht als Einzelmaßnahmen getroffen, sondern folgen als Maßnahmenkatalog einem Gesamtkonzept. So können zwischen den Maßnahmen Synergien und Nebeneffekte entstehen, die ihre Wirkung vergrößern. Dazu müssen sie jedoch gezielt ausgewählt und auf die Bedingungen vor Ort abgestimmt werden.
Um dies zu erreichen, werden in der Gemeinde Wietze ein Klimafolgenanpassungskonzept und ein Hitzeaktionsplan erstellt. Es werden die örtlichen Gegebenheiten analysiert und passende Maßnahmen ausgewählt. Die Erstellung des Konzeptes und des Plans wird von der Kommunalen Umwelt-AktioN begleitet.
Das Klimafolgenanpassungskonzept (KLAK)
Ein Klimafolgenanpassungskonzept dient dazu, strategisch Maßnahmen zum Umgang mit den Folgen des Klimawandels zu erarbeiten. Das Konzept besteht aus verschiedenen Bausteinen, die sowohl aufeinander aufbauen als auch zum Teil parallel bearbeitet werden müssen. Ein Baustein, der sich durch den gesamten Prozess zieht, ist die Beteiligung verschiedener Akteur*innen und der Öffentlichkeit.
Der Hitzeaktionsplan (HAP)
Ein Hitzeaktionsplan beschäftigt sich detaillierter als ein Klimafolgenanpassungskonzept mit der klimawandelbedingten erhöhten Hitzebelastung und enthält Maßnahmen zum Schutz der menschlichen Gesundheit. Insbesondere spielt die Zielgruppe eine besondere Rolle im Rahmen der Hitzeaktionsplanung: Besondere Beachtung finden jene Bevölkerungsgruppen (z. B. Senior*innen, Obdachlose, Schwangere, Kinder), die verhältnismäßig stark von den erhöhten Temperaturen betroffen sind oder sich verhältnismäßig gering an die veränderten äußeren Umstände anpassen können.
Akteursbeteiligung
Für die Erstellung des Klimaanpassungskonzeptes und des Hitzeaktionsplans ist die Gemeinde Wietze auf das lokale Fachwissen der Akteur*innen angewiesen. Für die Akteursbeteiligung werden aus den unterschiedlichsten Bereichen Vertreter*innen eingeladen. Diese wurden im Rahmen der Akteursanalyse zusammengestellt, sodass für alle Auswirkungen des Klimawandels und die davon betroffenen Personengruppen eine repräsentative Vertretung eingebunden ist. Deshalb wurden auch Sie eingeladen.
Damit Sie aktiv an den Inhalten des Klimafolgenanpassungskonzepts und des Hitzeaktionsplans mitwirken können, möchte ich Sie zu mehreren Workshops im Laufe der Konzepterstellung einladen. In den Workshops bringen Sie Ihr Fachwissen ein und wirken aktiv an der Erarbeitung der Maßnahmen mit. Mit Ihren spezifischen Kenntnissen der örtlichen Gegebenheiten, können Sie wertvolle Erweiterungen zur Einschätzung möglicher Problemsituationen geben, die sich über Klimadaten nicht abbilden lassen.
Für die Erstellung des Klimafolgenanpassungskonzepts sowie der Hitzeaktionsplanung werden sieben Beteiligungsformate vorgesehen, die sich an die Öffentlichkeit und Fachakteur*innen oder explizit nur an Fachakteur*innen richten.
Begleitung durch die Kommunale UmweltAktioN
Die Kommunale Umwelt-AktioN e. V. (UAN) ist der erste und einzige kommunale Umweltverband in Deutschland und unterstützt die Kommunen Niedersachsens in verschiedenen Umweltfragen. Ein Projekt ist das vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz geförderte Projekt „Kommunale Klimafolgenanpassung in Niedersachsen“, um Klimafolgenanpassung in kleinen und mittleren Kommunen in Niedersachsen zu initiieren und zu stärken. Gemeinsam mit den Pilotkommunen Samtgemeinde Spelle im Emsland und der Gemeinde Wietze soll erarbeitet werden, wie Klimafolgenanpassungskonzepte auch mit den geringeren finanziellen und personellen Ressourcen von kleinen und mittleren Kommunen aufgestellt werden können. Die Gemeinde Wietze erprobt dies zusätzlich für einen Hitzeaktionsplan.
Die UAN leitet durch den Prozess, stellt Hilfestellungen zusammen und moderiert die Beteiligungsformate. Sie bereitet die Inhalte der Workshops vor und erarbeitet das Vorgehen für die einzelnen Bausteine der Konzepte. Die Pilotkommunen füllen das Konzept bzw. den Plan mit ihren spezifischen Inhalten und setzen es um.
Aus den Erfahrungen, die mit den Pilotkommunen gesammelt werden, erstellt die UAN ein Muster-Anpassungskonzept, dass sie allen niedersächsischen Kommunen zur Verfügung stellt, um so die Klimafolgenanpassung in ganz Niedersachsen zu stärken. Zudem bietet die UAN ein Beratungsangebot zur Klimafolgenanpassung für Kommunen, die Vermittlung zu Expert*innen, einen digitalen Maßnahmenkatalog und Vernetzungsmöglichkeiten für kommunale Verwaltungsmitarbeitende im Bereich der Klimafolgenanpassung an.

